Skinpainter verwendet

Die Geschichte der Körperbemalung bis hin zur Bodypainting- Kunst

„Mit Sicherheit ist die Körperbemalung so alt und so universell verbreitet wie der Mensch selbst, und vielleicht gehört dieses Tun zu den frühesten Zeugnissen, durch die er sich vom Tier unterschied“ (Ferguson/Procter 1998: 11).
Die Entstehung der Körperbemalung reicht folglich bis in die Anfänge der Menschheit zurück. Seit der Sozialisation der Menschen und dem Festhalten wichtiger Infor-mationen der Steinzeitmenschen in Höhlen, ist auch der Körper eine Vorlage für die Bemalung. Der menschliche Körper unterscheidet sich aber als Maluntergrund vom einfachen simplen Bemalen einer Felswand oder später eines Blatt Papieres. Genau an dieser Stelle kommt der Körper-bemalung eine wichtige soziale als auch kulturelle Rolle zu. Die Steinzeitmenschen benutzen für die Körperbemalung, wie Funde aufzeigen, wahrscheinlich Ocker und trugen diesen in abstrakten Bildern auf die nackte Haut auf. Dies zeigt, dass die damaligen Menschen im Stande waren, eine Kultur zu praktizieren und zu kommunizieren (vgl. Friebe 2003: 1 ff). Bis zum heutigen Tag haben sich unterschiedliche Kulturen und auch Bedeutungen hinsichtlich der Körper-bemalung entwickelt. Hierbei lässt sich generell eine unterschiedliche Praxis zwischen den westlichen und östlichen Kulturen unterscheiden. Das Bodypainting hat sich je zu verschiedene Bedeutungen entwickelt. In den westlichen Kulturen ist das Tragen von Farbe auf dem Körper eine neuartige Kunstform, die den Körper als geeignete Malfläche sieht. Man unter-scheidet hier zwischen verschiedenen Techniken. Zum einen ist das die Pinsel- und Schwammtechnik, bei der die Farbe klassisch aufgetragen wird. Zum anderen gibt es noch die Airbrush-Technik, wobei die etwas verflüssigte Farbe mit einer kleinen Spritzpistole auf die Haut gesprüht wird.

Vorwiegend dient hierbei der weibliche Körper als Maluntergrund. Dies führt bei manchen zu einer ablehnenden Haltung, während andere wiederum die Farbe als stilvollen Ersatz der Kleidung sehen. Anders verhält es sich in den östlichen Kulturen. Hier kommt der Körperbemalung eine vollkommen andere Bedeutung zu und gehört vielerorts zu den religiösen Praktiken. Hier greift nun der interkulturelle Aspekt, unter dem sich verschiedene Ansichtsweisen gegenüber der Thematik der Körperbemalung herauskristallisieren. Damit ergibt sich auch die Unter-schiedlichkeit in der Intention (vgl. Huse 2004: 13 ff). Die Kriegsbemalung der Indianer setzte hiermit einen Grundstein. Hier lag die Intention einerseits darin, den Gegner abzuschrecken und sich selbst durch Tarnung zu schützen. Auf der anderen Seite übermittelte die Bemalung den sozialen Status der einzelnen Stammesangehörigen (vgl. Seiler: 27).

Indios bei der Kriegsbemalung im Reservat Maraiwatséde der Xavantes Quelle: Agência Brasil
Indios bei der Kriegsbemalung im Reservat Maraiwatséde der Xavantes Quelle: Agência Brasil

In den östlichen Kulturen ist das Bodypainting bis heute noch keine reine Kunstform, sondern wird in Zusammen- hang mit einer festlichen Gegebenheit gebraucht. Der Unterschied zur heutigen westlichen Körperbemalungskultur besteht hierbei darin, dass in östlichen Ländern Henna als aufzutragende Farbe benutzt wird (vgl. Turé 2004: 126- 133). Auch die Anlässe zu einer Körperverzierung variieren hier sehr stark. Bei den Swahili-Frauen ist es beispielsweise jungen und unver-heirateten Frauen strengstens untersagt, den Körper vor der eigenen Hochzeit zu verzieren, um nicht die Blicke der Männer auf sich zu lenken. An der Hochzeit hingegen wird die Körperbemalung wie Körperschmuck angesehen, und die Frau erhält eine aufwendige Verzierung auf die Haut (vgl. Ebd.: 134 f). Henna findet auch in den westlichen Kulturen Anwendung, da es sich nicht wie eine Tätowierung dauerhaft hält, da die Farbe nur aufge-tragen und nicht unter die Haut pigmentiert wird. Somit zeigt sich wieder der Unterschied zur heutigen reinen Kunstform des Bodypaintings. Die hier angewendete Farbe ist im Vergleich zur Tätowierung und zur Henna- Bemalung nur eine kurzzeitige, farbenreichere Anwendung, die unmittelbar danach wieder abgewaschen werden kann und weniger kulturelle Bedeutung hat. Die Idee des Paintings an sich steht hier im Vordergrund. Es gibt hierzu verschiedene internationale und nationale Wettbewerbe, an denen die einzelnen Künstler teilnehmen können. Somit ist die Körperbemalung nicht mehr regional begrenzt und folgt keinem Brauch, sondern ist eine reine und freie Kunstform.

Skinpainter 02.02.2011 / N